Berlin 25.06.2011
Interview Dinah Rodriguez, Yoga Festival
Während des diesjährigen Berliner Yoga
Festivals hatte Yogaservice das Vergnügen und die Gelegenheit mit Dinah
Rodriguez, der Begründerin der „Hormonellen Yoga Therapie für die Wechseljahre“
zu sprechen. Die Antworten auf unsere Fragen sprudelten aus der 84jährigen
Brasilianerin nur so heraus und es war ihr nicht anzumerken, dass sie zu diesem
Zeitpunkt schon seit 2 Monaten in Europa unterwegs war. Der beste Beweis für
die Wirksamkeit ihrer Methode ist die vitale und aparte Lady selber und
Verbreitung und Aufklärung ihrer Therapieform ist ihr eine Herzensangelegenheit.
Q: Was ist Ihre Definition von Yoga?
A: Yoga beinhaltet Vieles: Es ist eine
Philosophie, es ist Gesundheit, es ist Ausgleich, es ist mehr oder weniger
Gymnastik, aber es ist keine Wissenschaft. Es ist eine Therapieform, weil es
Gesundheitsprobleme korrigiert. Meine Therapie korrigiert Probleme des
Hormonhaushalts. Die meisten Frauen haben Probleme, es gibt davon viele, mehr
oder weniger 20: PMS, Hitzewallungen, Beklemmungen, Schlaflosigkeit,
Trockenheit der uro-genitalen Schleimhäute - oftmals die Ursache von
Infektionen, trockene Haut, die Gelenke werden schwächer.
Mein Ziel ist es, die Hormonproduktion
wieder anzuregen. Physiologie ist die Basis meiner Arbeit. Das Zentrum im Kopf
ist sehr wichtig, die Hypophyse, aber auch die Nebennieren. Meine Praxis ist so
aufgebaut, dass es die Drüsen aktiviert. Aber es wirkt auch auf die Gelenke,
auf die Flexibilität, auf die Gesundheit im allgemeinen. Hatha Yoga aktiviert
nicht die Hormone, es hält gesund, hilft gegen Rückenschmerzen und Asthma.
Wenn die Hormone ein gutes Level haben,
verschwinden die Symptome. Ich will Frauen helfen. Meine Asanas (Körperübungen)
sind dynamisch und aktivieren die Drüsen, ich arbeite mit starker
Bhastrika-Atmung (Anmerkung: eine Atemübung, d.h. eine rasche Folge von forcierter
Ein- und Ausatmung) und tibetischen Energietechniken. Seit 21 Jahren
unterrichte ich auf der ganzen Welt und habe viele Lehrer ausgebildet. 2002
zeigte eine große wissenschaftliche Studie, dass die traditionelle Therapie der
Hormonergänzung das Risiko von Brust- und Gebärmutterkrebs stark erhöht.
Ich selber habe eine wissenschaftliche
Forschungsarbeit zur Wirkung der Yoga Therapie auf den Hormonspiegel
durchgeführt und gezeigt, dass dieser im Durchschnitt um 254 % in 4 Monaten
ansteigt, bei einer Übungsdauer von 30 Minuten an 16 Tagen pro Monat
(Anmerkung: Es wird nicht während der Menstruation praktiziert.). Im
Durchschnitt verschwinden dann alle Symptome.
Q: Ist Ihre Therapieform auch für Männer
interessant?
A: Die Frauen, die Hormon Yoga üben, sind
gesund, glücklich, es geht ihnen gut. Also fragten mich deren Ehemänner, ob ich
auch etwas für sie machen könnte. U. a. habe ich in Berlin ein Seminar gegeben
und zwei männliche Yogalehrer ausgebildet. Ich biete auch Kurse für Diabetiker
an. Wenn Betroffene mit den Übungen beginnen, sinkt ihr Blutzuckerspiegel.
Q: Wie steht es mit Teenagern?
A: Junge Mädchen leiden oft unter PMS. Ein
weiteres häufig auftretendes Problem sind polyzystische Eierstöcke. Gynäkologen
behandeln das mit Tabletten, dann verschwinden die Symptome, aber kommen
wieder. Nicht mit meiner Technik, denn es bringt die Hormone in‘s
Gleichgewicht. Aber Mädchen können meine Methode nicht immer machen, da die
Libido sehr angeregt wird. Wenn es also anfängt zu wirken, machen sie weniger
und weniger. Jungen haben diese Probleme nicht, sie haben mehr mit
psychologischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Sie können Anti-Stress-Übungen
machen, aber was die Hormone angeht, sind sie ok.
Q: Sie haben Philosophie und Psychologie
studiert. Inwiefern prägt Ihre Arbeit als Wissenschaftlerin Ihre Yoga Praxis?
A: Wissenschaft begegnet uns überall im
Leben: In unserer Nachbarschaft, bei unseren Ehemännern und Schülern. Ich
benutze Anti-Stess-Techniken. Im Hinblick auf die Hormone ist es eine Orientierung.
Wenn Frauen in die Menopause eintreten, die Kinder das Haus verlassen, kann
sich das Familienleben grundlegend ändern. Oftmals fühlen sich die Frauen leer
und nicht mehr gebraucht. Wenn dann auch der Hormonspiegel sinkt, kann das ein
schwieriger Moment sein und viele werden depressiv.
Hatha Yoga ist manchmal zu körperlich oder
zu mystisch. Und auch Meditation hebt nicht den Hormonspiegel. Mit meiner
Technik werden die Hormone in jedem Lebensalter aktiviert. Wenn Östrogen, ganz
wichtig für unseren Gefühlshaushalt ist, ein gutes Level hat, sind wir
glücklich. Es kommt von innen und hat viel Energie.
Q: Sie reisen monatelang um die ganze
Welt, um zu lehren und Sie sehen fantastisch aus. Was ist ihr Geheimnis?
A: Ich bin 84 Jahre, ich reise viel. Wichtig
ist, gut zu schlafen. Ich schlafe 7 bis 8 Stunden. Ich schlafe gut - wegen
meiner Technik. Ich esse gesund, aber ich bin kein Vegetarier. Vegetarier haben
nicht so viel Energie und mit meiner Technik muss man sich viel bewegen. Ich
esse ein wenig Huhn und Fisch. Das ist gesund, gibt Energie und bildet
Collagen. Das brauchen wir für die Knochen, Haut, Haare, Nägel. Vegetarier
müssen dafür Tabletten einnehmen. Ich esse nicht fettreich, keine Butter, ich
esse kein Schweinefleisch. Ich war schon immer gesund und hatte keine großen
Probleme während der Wechseljahre. Aber mit der Hormon Yoga Methode geht es mir gut!
Vielen Dank für das Gespräch!